Ziele





Umwelt- und Klimaschutz
ist endlich ein zentrales Thema geworden. Trotzdem steht immer noch das Gewinnstreben im Vordergrund. Da inzwischen auf der ganzen Welt finanzielle Anreize für umweltfreundliches Handeln geschaffen wurden, gibt es inzwischen viele interessante Projekte. Leider versickern viele Gelder in Verwaltung oder wegen der Korruption .Ausserdem werden immer noch mehr Gelder in Projekte gesteckt, die die Umwelt gnadenlos ausbeuten.
Auch das Interesse, der armen Bevölkerung nachhaltig zu besseren Lebensbedingungen zu verhelfen ist klein genug. Landwirtschaftliche Projekte sind meist auf Export ausgerichtet und Monokulturen. Alternative Energien werden zuwenig genutzt. 

 Wir möchten einen Weg finden, um wieder in Harmonie mit der Natur zu leben, ohne auf alle Bequemlichkeiten zu verzichten und diese Erfahrung möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Ausserdem ist es sehr nötig, der Bevölkerung in der Region Alternativen in der Landwirtschaft aufzuzeigen. In den letzten Jahren ist nämlich viel Regenwald abgeholzt worden um Platz für die Viehzucht zu schaffen.

Leider funktioniert das nur eine Weile und dann sind die Böden stark erodiert worauf noch mehr Wald abgeholzt wird. Hingegen sind Lebensmittel in dieser Region sehr teuer, weil ausser Platano und Yucca und Zuckerrohr kaum etwas angepflanzt wird und alles von aussen kommt. Im Regenwald am Berg werden zudem die wertvollen Bäume selektiv gefällt, so dass manche Arten nur noch auf unserem Besitz vorkommen. Da weiter unten im Flachland die Cocapflanzungen von Flugzeugen aus abgespritzt wurden, gibt es jetzt in dieser Gegend auch vermehrt Cocapflanzung im Wald, wo sie nicht so auffallen.



Es gibt Projekte von USAid für alternative Pflanzugen, z.B Palmherzen oder Pfeffer. Leider läuft der Absatz eher schleppend und ein Teil des Pefferprojekts wurde bei der Fumigation(Abspritzung der Cocapflanzungen) in Mitleidenschaft gezogen.

Die Kolumbianische Regierung unterstützt die Bauern, die sich als Familias Guardabosques verpflichtet haben den Wald zu schonen und unter anderem kein Coca anzubauen mit Informationen und einem kleinen 2-monatlichem Betrag. Dies ist allerdings nur ein Tropfen auf dem heissen Stein.


Wir möchten in dieser Situation folgendes erreichen:

Unsere 160 ha Regenwald schützen und ihre biologische Vielfalt erforschen

Eine möglichst vielfältige Landwirtschaft aufbauen und dabei neue und traditionelle Methoden erproben und weitergeben

Alte Sorten wieder kultivieren und erproben

Heilpflanzen aus der Tradition der Eingeborenen kennen lernen, sammeln und testen

Mit Techniken für den biologischen Landbau experimentieren

Mit Volontären aller Nationalitäten arbeiten

Ein Zentrum bieten wo Studenten und Berufsleute die Möglichkeit haben, ihre Kenntnisse und Ideen in der Praxis zu testen und so zur Weiterentwicklung des Projekts sowie auch ihrer eigenen Erfahrung beizutragen

Menschen jeden Alters und Nationalität dazu zu ermutigen, ihre Kenntnisse zum Wohl der Allgemeinheit und der Umwelt einzusetzen

Der lokalen Bevölkerung unsere Kenntnisse weitergeben und helfen sie umzusetzen

Eine Begegnung mit der Natur ermöglichen, wo sie noch am ursprünglichsten ist


Erste Erfolge:

20ha unseres Landes waren früher Kuhweiden und stark erodiert. Davon haben wir den grössten Teil über 8 Jahre lang wieder verwalden lassen. Jetzt haben wir ein paar Hektaren Jungholz wieder gefällt um Felder und Weiden anzulegen. Der Boden hat wieder eine gute Humusschicht aufgebaut .Mais und Bohnen wachsen kräftig. Daneben haben wir Gras gesät und
an anderen Stellen Platano, Zuckerrohr und Yucca gepflanzt.(zuerst die traditionellen Pflanzen für den Grundbedarf)

Im Fischteich den wir angelegt haben sind die ersten Fische –Cachama- gestorben. Anscheinend bekommt dieser Art das verhältnismässig kühle Klima in der Nacht nicht. Der 2.Versuch mit Tilapia (ein sehr resistenter Fisch ) hatte mehr Erfolg. Die Fische wurden ordentlich gross und haben gut geschmeckt (sorry an alle Vegetarier...).
Jetzt kommt der 2. Versuch


 Einer der Avocadobäume die wir selber aus einem Kern gezogen haben, hat dieses Jahr zu ersten mal Früchte angesetzt . Dies freut uns ganz besonders, da er an einem ziemlich kargen Standort wächst. Ein Mangobaum, der ebenfalls aus einem Kern gezogen wurde, ist zwar schön gross, trägt aber noch keine Früchte. Wir probieren ob er bei besserer Düngung wohl auch schon bald Früchte trägt. Daneben wachsen auch Guaven, Mandarinen und ein Zitronenbaum, die schon Früchte tragen. Ausserdem werden die Papaya wohl auch schon bald die ersten Früchte ansetzen.


Dies mag alles sehr bescheiden erscheinen. In Anbetracht dessen, das das Land aber als unfruchtbar galt und wir bisher nur sporadisch Zeit hatten, um uns darum zu kümmern, ist es aber ein schöner Schritt in die richtige Richtung. Wir hoffen nun auch Unterstützung zu finden, um das Projekt vorantreiben zu können.

Vorgeschichte

Kolumbien ist ein sehr reiches Land. Reich an Bodenschätzen und fruchtbar. Trotzdem lebt über die Hälfte der Bevölkerung ohne gesicherte Existenz oder in Armut. In Kolumbien sind die Menschen sehr kreativ wenns ums Überleben geht. Staatliche Unterstützung ist sehr mager und kommt oft nicht bei den Bedürftigen an. So schlägt man sich durch, verkauft irgendetwas auf der Strasse oder schlägt sich als Tagelöhner oder mit schlecht bezahlten Jobs durch.

Mocoa Putumayo liegt am Rande des Amazonas und am Fuss der Anden, beziehungsweise am untersten Ausläufer der mittleren Kordilleren. Es war bis vor wenigen Jahren ein abgelegenes Dorf, schlecht zu erreichen wegen der ungeteerten Strasse, die immer wieder von Erdrutschen verschüttet wurde. Im Jahr 2000 wurden im Bajo Putumayo, im weiter unten gelegenen Flachland neue Erdölquellen erschlossen. Daraufhin wurde umgehend eine geteerte Strasse erbaut. Seither ist das Dorf stark gewachsen und vor allem die Viehzucht und damit die Abholzung der Regenwälder hat zugenommen.

Das erste Stück Land haben wir 1993 erworben. Eine Art Alp,20h Kuhweiden und 40 ursprünglicher Regenwald. Das Land liegt am Berg, 2 Fusstunden über dem Dorf. Die Leute lachten, und sagten, das Land sei unfruchtbar. Deshalb gab man ihm den Namen Chiste Verde, der grüne Witz. Niemand glaubte, dass es möglich sei eine funktionierende Selbstversorgung aufzubauen. Die wenigen Leute die noch am Berg lebten waren abgewandert und es kamen nur noch Holzfäller, die besonders wertvolle Bäume fällten und mit Pferden zu Tal schleppen.
Seit dem Beginn unseres Projektes haben sich besonders im unteren Teil wieder Familien angesiedelt, die auch zu einem grossen Teil Selbstversorgung betreiben.

Nach Weihnachten 1997 wurden unsere beiden Hütten von Leuten aus der Hauptstadt niedergebrannt, die uns vergeblich ein Stück Land für touristische Zwecke abkaufen wollten.
Da über die Feiertage niemand da war, entstand nur Sachschaden. Abgesehen von der Wohnstätte, wurden eine recht umfangreiche Bibliothek und mehrere gut ausgerüstete Werkstätten vernichtet. Ausser der Obstbäume und Ananaspflanzung blieb uns nur Asche und Reste des Blechdachs, sowie verkohlte Töpfe Besteck und Werkzeuge aus Metall.

Mit einer Axt, die sie in den Kohlen gefunden und an einem Stein geschärft hatten sind die Männer am gleichen Tag losgezogen und haben ein paar Palmen für eine neue Hütte gefällt. Glücklicherweise konnten wir in der Hütte eines Nachbarn unterkommen, bis wir unsere wieder aufgebaut hatten.

Wir finanzierten uns von Anfang an über den Verkauf von Kunsthandwerk. Der Absatz war wegen der wirtschaftlichen und politischen Situation aber eingebrochen. Deshalb gingen Jimy Munoz und ich nach Europa. Von dort aus unterstützten wir das Projekt mit eigenen Mitteln und versuchten auf verschiedene Arten Unterstützung zu finden und sind mehrmals wieder in Kolumbien gewesen um die Arbeit weiterzuführen. Jetzt sind wir endgültig nach Kolumbien zurückgekehrt und wollen das Projekt ausbauen.